Manchmal ist nichts herausfordernder, als einfach anzufangen. Nachdem ich frustrierend lange eine weiße Leinwand angestarrt hatte, musste ich mir Luft machen – und nichts eignet sich dafür besser als Humor. Also postete ich ein Bild meiner leeren Leinwand mit der Bildunterschrift:
Dieses Bild hat nur zwei Stunden gedauert, und ich nenne es ‘Gefangen in der Paralyse des einfachen Anfangens’.
Und genau das habe ich gebraucht: Selbstironie. Die Blockade liebevoll anzunehmen, den Stress loszulassen – und einfach anzufangen. Also griff ich zur Strukturpaste und brachte die erste Schicht auf die Leinwand. Es folgte direkt die nächste Schicht mit eine kräftigen Farbauswahl an Erdtönen.
Nachdem alles über Nacht trocknen konnte, folgten am nächsten Tag Felder mit Strukturpaste, da ich noch Symbole unterbringen wollte. Denn irgendwie musste ich diesen Prozess auch symbolisch für mich verarbeiten. Während der nächsten Trocknungszeit machte ich einen Spaziergang – und dabei formten sich langsam die Gedanken, welche Symbolik ich in das Bild einfließen lassen wollte.
“Einfach anfangen” – das brachte mich auf das Molekül Dopamin, den Botenstoff für Motivation. Und dazu noch ein Zeichen für Akzeptanz bzw. den natürlichen Fluss der Dinge.
Als ich die Symbole schließlich übertrug, fand ich das Kunstwerk kurzzeitig so unfassbar hässlich, dass es beinahe in der Tonne gelandet wäre. Doch statt aufzugeben, quetschte ich die letzten Farbreste aus den Tuben, um die Symbole und Strukturpaste besser ins Gesamtbild zu integrieren.
Gerettet! Das Bild darf bleiben. Und nun trägt es seinen endgültigen Namen: Anfangen.


