Schön

Spieglein, Spieglein… Ach, lass das!
Morgens beim Fertigmachen, tagsüber beim Händewaschen, abends beim Abschminken – mein Badezimmerspiegel begleitete mich ständig und es gab kein Entkommen. Mit jedem Vorbeihuschen bot er mir großzügig die Gelegenheit, jedes Detail zu inspizieren und zu kritisieren: Waren die Augenringe immer schon so schlimm? Wo ist eigentlich meine Frisur hin? Diese Poren waren doch vorhin noch nicht da? Warum kommt ausgerechnet jetzt dieser Pickel? – Super!
Kurz gesagt: Mein Badezimmer war kein Wohlfühlort, sondern dank des Spiegels eine tägliche Reflexion meiner kritischsten Gedanken. Und irgendwann dachte ich: Warum tue ich mir das eigentlich an?

Also habe ich den riesigen Spiegel einfach ersetzt. Durch ein Bild.
Ein hübscher Hintergrund, darauf ein einziges Wort: Schön.

Und wo ist jetzt der Spiegel? Ich bin nicht völlig orientierungslos, denn nun hängt ein Mini-Spiegel daneben. So winzig, dass ich wirklich aktiv reinschauen muss, wenn es nötig ist. Heißt: Ich entscheide bewusst, wann ich mich betrachte, anstatt mich ständig selbst zu analysieren. Das Zentrum meines Badezimmers ist jetzt eine Erinnerung daran, dass ich schön bin. Denn genau das bin ich. Punkt. Kein “Ja, aber nur wenn…” und ohne “Vielleicht an einem guten Tag”. Einfach schön. Jetzt. Immer.
Und weißt du was? Du auch.

Foto nach Neuanstrich im Januar 2025. Das Bild bzw. die damit verbundene Message durfte natürlich bleiben.

Schreibe einen Kommentar